Dienstag, 14. Februar 2012

88 - Letzter Nachmittag

Zuerst realisierte er es gar nicht. „Komm jetzt her und küss mich, oder ich geh wieder!“ Jetzt breitete sich ein leichtes Lächeln über seine Wangen. Dann waren wir nach wenigen Sekunden verschmolzen und ich spürte wieder seine wunderschönen Lippen auf meinen.

Und so schön auch die restlichen Tage zusammen waren: Nun ist der letzte Tag vor Basti's Abreise nach Österreich.
Wir waren in seinem Zimmer und packten gemeinsam seine Sachen in einen Koffer. Er würde einmal in den nächsten Wochen zu Hause sein. Viel zu kurz für mich! Basti hatte Mühe, seinen Manager überhaupt zu überreden, ein oder zwei Tage wieder nach Deutschland zurück zu kommen.
„Basti, der Koffer ist voll, da passt nichts mehr rein!“, nörgelte ich herum. Immer wieder kam er mit neuen Klamotten oder Kleingrusch an, das er so unbedingt dabei haben 'musste'. „Ich brauche das aber! Wenn ich das nicht mitnehme und es dann sehr dringend benötige, dann bist du Schuld!“ So ging es ständig weiter. Nach eineinhalb Stunden waren wir endlich fertig, oder besser gesagt: So gut wie. Basti versuchte vergebens den Koffer zu schließen. „Ich sagte doch: Das ist viel zu viel!“ Er sah zu mir nach oben und grinste breit. „Kannst du dich mal auf den Koffer setzen?“ Ich verdrehte lachend die Augen und tat das, was er von mir verlangte, doch trotzdem schaffte er es nicht. „Wie wäre es, wenn du mal zunehmen würdest? Dann geht es viel einfacher!“, neckte mich Basti. „Na gut! Irgendwann muss ich dich dann auf Armen tragen, weil ich für dich zu schwer bin! Und dann meckerst du herum, weil ich zu dick bin!“ Gespielt beleidigt verschränkte ich meine Arme vor meiner Brust. Dann packten mich zwei Arme von hinten und zogen mich nach oben. Er drückte mich mit meinem Rücken an seine Brust. Sein Atem strich an meinem Nacken. „Nein, du bist perfekt“, flüsterte er mir zu. Leicht drehte ich mich mit dem Gesicht nach hinten. „Schleimer...“, murmelte ich ganz leise zurück. Ich war zu hypnotisiert von ihm. Ein kleiner Kuss auf mein Schlüsselbein, dann entschlossen wir uns gemeinsam auf dieses riesige Teil zu setzen. Und welch ein Wunder: Es klappte sogar! Lange sah ich mir den Koffer an. „Ich frage mich, wie du den ohne mich zu bekommen willst...“
Jetzt sah auch Basti zerknirscht darauf. „Dann muss ich mir halt einige Pfunde hier drauf hauen!“ Nebenbei streichelte er traurig seinen Bauch. Ich zeigte ihm einen Vogel. „Das kannst du schön vergessen!“ Jetzt fing er an zu lachen. Wieder kam er auf mich zu. Er legte seine Hand auf meine Hüfte. Sein Blick war auf den Koffer gerichtet, aber er sah jetzt nicht mehr glücklich aus. „Was ist los?“, fragte ich ihn, nachdem ich meinen Kopf auf seine Schulter gelehnt hatte. „Das“, flüsterte er an meinen Scheitel, „werden die schlimmsten zweieinhalb Wochen, das kannst du mir glauben.“ Ich wusste genau, was er meinte. „Oh ja, da hast du Recht... Aber wir sehen uns ja in 9 Tagen wieder.“ Basti brummte: „Wow! Aber auch nur ein oder zwei Tage...“ - „Immerhin etwas, oder?“ - „Mhmm...“
Ich drehte Bastis Kopf zu mir und lächelte ihn an. Er tat es genauso. Unsere Gesichter näherten sich immer weiter, bis unsere Lippen aufeinander lagen. „Ich vermisse dich jetzt schon“, murmelte er, nachdem wir uns lösten. Mein Daumen strich seine Wange. „Ich dich auch!“ Noch einmal küssten wir uns kurz. „Wann wollte Phil kommen?“ Basti sah auf sein Handy. „In 15 Minuten ist er da.“
Phil habe ich schon letzte Woche auf einer kleinen Feier kennen gelernt. An diesem Tag hatten Basti und ich unser Einmonatiges. Er hatte mir eine wunderschöne kleine Kette geschenkt. Sie war herzförmig und darauf waren unsere Anfangsbuchstaben eingraviert. Am Anfang wusste ich nicht, was ich ihm schenken sollte. Als ich ihm dann allerdings Karten für ein Spiel von FC Bayern München unter die Nase hielt, ist er, wortwörtlich gesagt, in die Luft gesprungen und erzählte stolz herum, dass ich die Allerbeste und Tollste sei.
„Gut, dann werde ich mich jetzt auf den Weg machen, ok?“ Ich hatte schon meine Handtasche in der Hand, da zog er mich wieder zurück in seine Arme, riss mir die Tasche weg und scheuerte sie in irgendeine Ecke. Meinen Kopf hielt er an seinen Fingerspitzen fest und legte seine Lippen auf meine. Ich musste einfach meine Arme um seinen Hals legen. Meine Finger spielten mit einzelnen Haarsträhnen herum. „Jetzt mach dir noch einen schönen Nachmittag mit deinem Kumpel. Ich wünsche dir sehr viel Spaß dabei!“
„Ok, aber ich komm heute Abend nochmal bei dir vorbei!“ Ich stand schon auf der Treppe und rief ihm noch zurück: „Mach das! Ich freue mich! Ich liebe dich!“
Ich war schon unten auf der Straße, da riss Basti noch einmal das Fenster auf und schrie: „Ich dich viel mehr!“ Ich drehte mich noch einmal um und winkte ihm, dann musste ich schon in die nächste Straße abbiegen.

Kommentare:

  1. Wenigstens hab ich hier den Anschluss nicht verpasst. :D Wieder sehr schön geschrieben! & sie überstehen jeden Scheiß, also auch die 9 Tage! :P Weiter! :*

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  2. super geschrieben :) so viel gefühl und alles *_*

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  3. aaaah ich habe gerade ernsthaft gejubelt als ich gesehen hab das du nen neuen teil hast. :D super geschrieben, wirklich :)))

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  4. HAHAHA SteffL.
    Was kann ich für fehlendes internet :P ?!
    Ahhw so schöön geschrieben *-*
    Weiter!

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  5. Super Schön geschrieben *_* mit so viel Gefühl ;) freu mich schon auf den nächsten Teil !!!! <3

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