Freitag, 25. November 2011

32 - Verzweiflung


Ich drückte ihm noch einen Kuss auf seine Lippen und lief zur Tür. Im Augenwinkel sah ich, dass Basti immer noch angewurzelt an der selben Stelle stand. Dann verschwand ich in das Schulgebäude und ließ ihn draußen stehen ...

Nach der Schule stieg ich nicht in den Schulbus ein, sondern lief so schnell ich konnte nach Hause. Ich konnte niemanden in die Augen sehen. In ihnen sehe ich nur Verzweiflung, Wut, Schmerz. Ich lief in die Küche und machte mir erst einmal etwas zu Essen. Meine Mutter war mal wieder arbeiten. Die Zeit verging ziemlich schnell. Langsam schlenderte ich die Treppen zu meinem Zimmer hoch und setzte mich an meine Hausaufgaben. Doch so richtig, konnte ich mich nicht konzentrieren. ‚Wie soll ich ihm das nur erklären ...? Verdammte Scheiße!’ Ich schmiss meinen Stift auf meinen Schreibtisch und ließ mich auf meinen Stuhl fallen. Mein Blick wante zu meinem Handy. Ich nahm es zwischen meinen Fingern und sah auf das Display. Kein Anruf oder eine SMS. Ich wollte gerade die Nummer von Basti eintippen, als mein Handy auch schon laut auftönte. Sein Name stand darauf. Ich streichte mit meinem Daumen über den Touchscreen und hob schließlich ab: „Hallo?“
„Sam? Wo bist du?!“, seine Stimme klang etwas sauer.
„Ähm, ich bin zu Hause, wieso?“ – „Wo warst du heute nach der Schule?! Ich hab mir total die Sorgen um dich gemacht!“ – „Jetzt komm mal etwas runter!“ – „Ich soll runter kommen, wenn meine Freundin nicht zu sehen ist und mir das schlimmste vorstelle?!“ – „Nein ... Kannst du kommen? Ich vermisse dich ...“
Ich hörte ein Säufzen am anderen Ende der Leitung. Kurze Pause, doch dann antwortete er mir: „Ja ok. Wann soll ich kommen?“
Ich rief schon fast laut in den Höhrer „Sofort!“ rein, aber ich konnte meine Stimme noch zurückhalten. Ein Schmunzeln seiner Seite aus war zu hören. „Ok, ich bin so schnell ich kann bei dir. Lauf ja nicht weg!“ – „Jaja, tu ich schon nicht. Jetzt beeil dich!“ Wir lachten laut auf. Dann wurde Bastis Stimme sanfter: „Ich liebe dich.“ Bei diesen Wörtern pochte mein Herz schneller. „Ich dich auch, Basti! Bis gleich.“ – „Bis gleich meine Süße!“, und schon legten wir auf. Ich sah mich in meinem Zimmer um. ‚Das sieht ja mal wieder total unordentlich aus!’ Dann hob ich die ersten Sachen vom Boden auf und nach einigen Minuten war mein Zimmer wieder top. Und schon klingelte es an der Tür. Ich rannte die Treppe hinunter, doch auf einmal rutschte ich auf den Steinstufen aus. Mein Steißbein prallte auf die vorletzte Kante auf und mein Fuß verknackste sich, als ich auf dem Erdgeschoss aufknallte. Ich biss mir meine Zähne zusammen um nicht loszuschreien und humpelte zu der Tür. Wenn ich auch nur ein bisschen mit dem Bein auftrat, hatte ich ein starkes Ziehen am Fußgelenk.
Ich drückte die Türklinke nach unten und nach wenigen Sekunden hatte ich meinen Freund in den Armen. „Ist was passiert? Ich habe ein Poltern gehört.“
„Kann man wohl so sagen. Ich bin wegen dir auf der Treppe runtergerutscht.“ Meine Unterlippe drückte  ich nach vorne, doch Basti schien das alles andere als lustig zu finden. Er schloss schnell die Tür, trug mich auf Armen ins Wohnzimmer aufs Sofa und setzte mich dort ab. Mein Steißbein brannte stark und ich verzog mein Gesicht. „Tut es da hinten weh?“ Ich nickte auf Bastis Frage. Mit meiner Hand strich ich über mein Fußgelenk, das soviel bedeutete wie: hier auch!
Basti kniete sich vor mich auf den Boden und zog ganz langsam meinen Socken aus. Er betrachtete ihn genauer, doch wir beide konnten nicht wirklich was erkennen. „Siehst du, Schatz. Ist halb so wild...“ – „Wir warten jetzt erst einmal, bis deine Mutter kommt. Sie kann es sich dann genauer ansehen.“ Ich stimmte ihm zu. Basti starrte die ganze Zeit mit einem Grinsen im Gesicht mich an, bis er mich wieder auf seine Arme nahm. ‚Ich habe ihn ja noch gar nicht geküsst!’ Ich schlang meine Arme um seinen Hals und drückte meine Lippen auf seine. Währenddessen lief er mit mir in mein Zimmer und ließ mich dort wieder aufs Bett fallen. Er lag direkt neben mir und ich kuschelte mich nah an ihn heran. Ab und zu gaben wir uns ein Küsschen. Aber dann wanderte Bastis Hand an das Ende von meinem Oberteil und wollte meinen Bauch streicheln. Ich zuckte zusammen und setzte mich auf die Bettkante. Sein Blick lag förmlich auf mir. Dann setzte er sich neben mich. Er lehnte seinen Kopf an meinen und schloss nebenbei seine Augen. Ich drehte meinen Kopf so, dass ich ihn ansehen konnte. Basti öffnete wieder seine Augen. Sie waren beide rot geworden und in ihnen lag die Verzweiflung der Ungewissheit. In mir stiegen die Tränen hoch bei diesem Anblick. ‚Ich kann ihn doch nicht so leiden lassen!’ Dann forderte Basti mich mit zittriger Stimme auf: „Bitte, bitte sag mir endlich, wovor du Angst hast!“
Dieser Satz ließ meinen Kopf an seine Brust fallen und fing an zu schluchzen. Seine Arme schlangen sich um meinen Körper. „I-Ich kann nicht Basti... Es, es tut mir Leid!“ Dann löste ich mich von ihm, lief ins Badezimmer und schloss die Tür ab. Alles was ich wollte, war eine kurze Zeit für mich um endlich eine Entscheidung zu treffen: Soll ich, oder soll ich nicht?



Bitte wieder so viele Kommentare, wie letztens *__*
Ich hab mich so rieeeesig darüber gefreut ;)
Danke euch allen! ♥ (: 

Kommentare:

  1. Ja TU ES SAM !! :D sag es ihm endlich :p
    sehr gut geschrieben (: weiter so :*

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  2. Dein Geschichte ist wirklich toll geschrieben und so spannend bin gespannt was alles hinter dem steckt :DD

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  3. Woooooaahh ENDLICH ein neuer TEil :) .ICh hab mich total gefreut ! :)))

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  4. schöön mach weiter so :)

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  5. Der TEil ist super ! :) . ICh mag deine geschichte :)). Kommt heute noch ein teil ? :**

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  6. super schöner teil *____* ich kanns kaum erwarten bis der nächste kommt ;))

    LG :**

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  7. schönes neues Design :))) . Ich freuee mich soo auf den neuen teil !

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  8. Jaa verdammt! Sie soll es ihm sagen!
    Geiles Design Süße! <3 & wieder wunderschöön geschrieben! <3

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