Dienstag, 29. November 2011

36 - ‚Oh Gott, ich habe alles falsch gemacht!’


Das Schluchtzen war nicht zu überhören. Basti strich mir leicht über meinen Rücken. „Und das schlimmste war, dass ich meiner Mutter nie etwas davon erzählt habe. Erst gestern...“

Es herrschte Stille im Raum. Mein Kopf war immernoch an Bastis Hals vertieft. Ich konnte allerdings seinen Puls spüren, der durch seinen Körper floss. Er war schnell. Schneller als sonst. Ich sah ihm nun ins Gesicht. Es war eine Minschung aus Wut, Verletzung und Sorge. „Basti?“, flüsterte ich ganz leise. Basti zuckte leicht zusammen und schüttelte kurz den Kopf, das soviel hieß wie: Sorry, ich war in Gedanken. „D-Das wusste ich nicht ...“ Basti hob mich von ihm runter und setzte mich auf sein Bett. Er lief zur Tür und kurz darauf war er nicht mehr zu sehen ...

Geschockt saß ich da auf seinem Bett und wusste nicht, was ich machen sollte. Er ist einfach gegangen. War er es nicht, der wissen wollte, wieso ich Angst hatte und vorallem vor was??
In mir stieg eine Mischung von Wut und Trauer in meinen Kopf. Meine Augen füllten sich wieder mit Tränen. ‚Oh Gott, ich habe alles falsch gemacht!’
Schnell packte ich meine Tasche, lief aus dem Zimmer, die Treppen nach unten, zog mir meine Sachen an und verschwand aus diesem Haus. Ich hörte nur noch, wie Margit noch versuchte „Tschüss“ zu mir zu sagen. Und so lief ich die Straßen umher, ohne zu wissen, wo ich eigentlich jetzt bin.

Doch dann sah ich eine große Wiese. Sie war menschenleer. Eindeutig der perfekte Platz. Ich lehnte mich an den allein stehenden Baum in der Mitte und ließ mich langsam nach unten gleiten. Mein Gesicht legte ich auf meine angezogenen Knien. Es vergingen Minuten oder Stunden. Ich wusste nicht genau wie lang ich da saß, aber ich realisierte nur, dass es kühler wurde...

 

Auf einmal hörte ich schnelle Schritte auf mich zu kommen, doch ich hob meinen Kopf nicht. Ein schnelles Atmen war zu hören. Zwei Hände nahmen meine Arme, die um meine Beine geschlungen waren, in die eigene und mit einem Ruck zog diese Person mich in die Luft. Und dann lagen diese wundervollen bekannten Lippen auf meine. Ich konnte ihnen einfach nicht widerstehen. Meine Finger krallten sich in seine Haare. Überall kribbelte es. Ich konnte nichts mehr wahrnehmen, außer dieses besorgte Gefühl, das Basti mir durch diesen Kuss zeigte. „Es tut mir so leid. Ich bin so ein Vollidiot! Ich hau einfach aus meinem Zimmer ab und lass dich da ganz alleine. Bitte verzeih mir...“, versuchte Basti sich bei mir zu entschuldigen. „Es ist nur so: Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. Es ist ja nicht nur ein kleines Problem, sonder du wurdest ... naja. Wenn ich daran denke, wie jemand dir sowas antun konnte, bekomme ich ein Brechreiz. Das war auch der Grund, wieso ich so schnell ins Bad gelaufen bin. Es tut einfach so verdammt weh so etwas zu erfahren...“

„Pscht!“, zischte ich zwischen meinen Zähnen hervor und küsste ihn, damit er wirklich nicht reden konnte. Seine Lippen formten ein Grinsen und daraufhin löste er sich von mir. „Ich werde wohl nie deinen Körper so nah an meinem spüren ...“ Seine Finger streiften wieder meine Wange zart auf und ab. 'Was soll ich sagen? Natürlich wünschte ich mir, dass ich keine Angst davor hatte, aber ich kann doch nichts machen. Es ist damals passiert und es wird sich auch nichts mehr daran ändern.'

„Basti, ich weiß nicht, ob ich irgendwann bereit dazu wäre... Aber wenn, dann wird diese Angst in mir sein, egal was ist.“ Er nickte zur Bestätigung und in seinem Gesichtsaudruck erkannte man die Hoffnung. Die Hoffnung, dass er das Mädchen, das er über alles liebt, endlich seine ganzen Gefühle zeigen kann ...

 

Dann liefen wir eng umschlungen zurück. Doch eine Frage lag mir trotzdem noch auf dem Herzen: „Wie hast du mich eigentlich gefunden?“
Basti hatte wieder dieses Grinsen im Gesicht, das ich so liebte: „Gefunden nicht. Ich habe dich aus dem Haus laufen sehen und bin dir hinterher gerannt. Als du dich dann an den Baum gelehnt hast, habe ich dich erst einmal beobachtet. Und irgendwann konnte ich dich nicht mehr leiden sehen.“ Er drehte sich zu mir um und gab mir einen langen leidenschaftlichen Kuss. Dabei fühlte ich mehr als nur Liebe.
'Vielleicht würde eines Tages doch alles zum Guten wenden...', dachte ich mir und fing an glücklich in diesen Kuss hinein zu grinsen.

Kommentare:

  1. sehr gut geschrieben ((:
    weiter soo :**

    AntwortenLöschen
  2. der Teil ist so schön, ich hatte Tränen in den Augen! Ich freu mich unglaublich auf den nächsten, den danach und ALLE anderen!!

    AntwortenLöschen
  3. Ohaohaoha guter teil ! :) . Mein herz fühlt mit *-*

    AntwortenLöschen
  4. Wunderbarer Teil ! :) // Wann gehts weiter ? ;)

    AntwortenLöschen
  5. Schöner Teil :* . Ein DICKES GROßES LOB :)

    AntwortenLöschen
  6. Ich mag den teil :) & ich bin gespannt ob basti ihr irgendwie mit ihrer angst hilft...

    AntwortenLöschen
  7. Ich freue mich schon so auf die nächsten teile ! :)

    AntwortenLöschen
  8. Wuah. Verdammt ist der mal wieder toll. Ich weiß schon gar nicht mehr was ich schreiben soll, immer schreib ich nur, 'joo voll toll' & blaa, wird doch langweilig! Ich hatte auch in den Tränen in den Augen! :D Weiter so Liebes! Schreib weiter! Ich will es wissen!! <3

    AntwortenLöschen
  9. wundervoller teil! Mach weiter so!!!
    LG Deni :**

    AntwortenLöschen
  10. ich hatte tränen in den augen, der teil ist einfach so gut geschrieben!

    AntwortenLöschen